Weihnachtsgedichte
Weihnachtslied
Des Ewigen und der Sterblichen Sohn
Er tut den ersten Schritt ins Heiligtum,
Er wir geboren!
Bald wird er ins Allerheiligste gehen
Zum hohen Kreuz, zur Nacht, zum Blutaltar,
Zum Todeshügel!
Im Weltgericht geht er wieder heraus.
Dann sinkt vor ihm der Vorhang, und enthüllt
Was war, und sein wird!
Du furchtbarer! Und du weinendes Kind!
Was soll ich tun, in dem Gericht zu stehn,
Das du dann richtest?
Der Ringende nur erkämpfet den Lohn!
Eng ist die Pforte! Schmal der hohe Weg
Zu deinem Heile!
Oh, der in das Allerheiligste ging,
Vollender! Gottversöhnender! Führe du
Den Weg mich!
Des Ewigen und der Sterblichen Sohn
Er tut den ersten Schritt ins Heiligtum,
Er wir geboren!
Bald wird er ins Allerheiligste gehen
Zum hohen Kreuz, zur Nacht, zum Blutaltar,
Zum Todeshügel!
Im Weltgericht geht er wieder heraus.
Dann sinkt vor ihm der Vorhang, und enthüllt
Was war, und sein wird!
Du furchtbarer! Und du weinendes Kind!
Was soll ich tun, in dem Gericht zu stehn,
Das du dann richtest?
Der Ringende nur erkämpfet den Lohn!
Eng ist die Pforte! Schmal der hohe Weg
Zu deinem Heile!
Oh, der in das Allerheiligste ging,
Vollender! Gottversöhnender! Führe du
Den Weg mich!
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Die heiligen drei Könige
Aus fernen Landen kommen wir gezogen,
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren,
Ein schöner Stern ist vor uns her geflogen.
Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Judas muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allem hoch gewogen.
Holdselig Kind, lass auf den Knien Dich grüßen!
Damit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.
Gold, Weihrauch, Myrrhen liegen Dir zu Füßen,
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst Du uns nur mit einem Blicke laben.
Aus fernen Landen kommen wir gezogen,
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren,
Ein schöner Stern ist vor uns her geflogen.
Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Judas muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allem hoch gewogen.
Holdselig Kind, lass auf den Knien Dich grüßen!
Damit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.
Gold, Weihrauch, Myrrhen liegen Dir zu Füßen,
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst Du uns nur mit einem Blicke laben.
— August Wilhelm von Schlegel
Die heilige Nacht
Gesegnet sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -
Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!
Ich verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."
Da gehn die Hirten hin in Eil,
Zu schaun mit Augen das ewig Heil;
Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
Bald kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.
Sie knien vordem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
Gesegnet sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -
Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!
Ich verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."
Da gehn die Hirten hin in Eil,
Zu schaun mit Augen das ewig Heil;
Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
Bald kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.
Sie knien vordem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
— Eduard Mörike
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben
Trommel, Pfeife und Gewehr,
Fahn und Säbel und noch mehr,
Ja ein ganzes Kriegesheer,
Möcht' ich gerne haben.
Bring' uns, lieber Weihnachtsmann,
Bring' auch morgen, bringe
Musketier und Grenadier,
Zottelbär und Panthertier,
Roß und Esel, Schaf und Stier,
Lauter schöne Dinge.
Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennest unsere Herzen.
Kinder, Vater und Mama
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen.
Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben
Trommel, Pfeife und Gewehr,
Fahn und Säbel und noch mehr,
Ja ein ganzes Kriegesheer,
Möcht' ich gerne haben.
Bring' uns, lieber Weihnachtsmann,
Bring' auch morgen, bringe
Musketier und Grenadier,
Zottelbär und Panthertier,
Roß und Esel, Schaf und Stier,
Lauter schöne Dinge.
Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennest unsere Herzen.
Kinder, Vater und Mama
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen.
— August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Ihr Kinderlein kommet
Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’!
Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall,
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht.
O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,
seht hier bey des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
in reinlichen Windeln das himmlische Kind,
viel schöner und holder als Engel es sind.
Da liegt es - ach Kinder! - auf Heu und auf Stroh;
Maria und Joseph betrachten es froh;
die redlichen Hirten knien bethend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn,
Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin;
ein Körblein voll Früchte, das purpurroth glänzt,
ein Schnee-weißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.
O bethet: Du liebes, Du göttliches Kind
was leidest Du alles für unsere Sünd’!
Ach hier in der Krippe schon Armuth und Noth,
am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.
O beugt wie die Hirten anbethend die Knie
erhebet die Händlein und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freun,
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!
Was geben wir Kinder, was schenken wir Dir,
du Bestes und Liebstes der Kinder dafür?
Nichts willst Du von Schätzen und Freuden der Welt
- ein Herz nur voll Unschuld allein Dir gefällt.
So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn
- und mache sie heilig und selig wie Dein’s,
und mach sie auf ewig mit Deinem nur Eins.
Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’!
Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall,
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht.
O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,
seht hier bey des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
in reinlichen Windeln das himmlische Kind,
viel schöner und holder als Engel es sind.
Da liegt es - ach Kinder! - auf Heu und auf Stroh;
Maria und Joseph betrachten es froh;
die redlichen Hirten knien bethend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.
Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn,
Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin;
ein Körblein voll Früchte, das purpurroth glänzt,
ein Schnee-weißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.
O bethet: Du liebes, Du göttliches Kind
was leidest Du alles für unsere Sünd’!
Ach hier in der Krippe schon Armuth und Noth,
am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.
O beugt wie die Hirten anbethend die Knie
erhebet die Händlein und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freun,
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!
Was geben wir Kinder, was schenken wir Dir,
du Bestes und Liebstes der Kinder dafür?
Nichts willst Du von Schätzen und Freuden der Welt
- ein Herz nur voll Unschuld allein Dir gefällt.
So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn
- und mache sie heilig und selig wie Dein’s,
und mach sie auf ewig mit Deinem nur Eins.
— Christoph von Schmid
Die heilige Nacht
Sitzt an der Krippe die Jungfrau fein.
Drinnen schlummert das Kindlein,
Wiegt auf dem Dach sich Engel Schar
Im schimmernden Haar,
Mit leuchtenden Schwingen.
Sie singen:
"Schlafe, träume in seliger Ruh',
Holder Knabe, und höre uns zu:
Wir singen von Deinem Königreich,
In himmlischer Pracht!
Wir singen von Deiner Schmerzen Reich,
Von der Erde Nacht!
Wir singen von einem Wunderholz,
Ragt über das Weltall hehr und stolz;
Rotglühende Tropfen fallen herab
In das offene Grab,
Das auf ewig dem Leid und dem Tode geweiht.
Und daraus in leuchtender Herrlichkeit
Steigt das Leben empor,
Pocht ans Himmelstor
Und fließt in leuchtenden Strömen wieder
Zur Erde nieder.
Löscht aus die Zeit
In dem Gotteswunder der Ewigkeit!"
So singen die Engel in stiller Nacht,
Die Jungfrau sitzt an der Krippe und wacht,
Darinnen schläft selig das himmlische Kind!
Von Mariens Augen die Träne rinnt.
Sitzt an der Krippe die Jungfrau fein.
Drinnen schlummert das Kindlein,
Wiegt auf dem Dach sich Engel Schar
Im schimmernden Haar,
Mit leuchtenden Schwingen.
Sie singen:
"Schlafe, träume in seliger Ruh',
Holder Knabe, und höre uns zu:
Wir singen von Deinem Königreich,
In himmlischer Pracht!
Wir singen von Deiner Schmerzen Reich,
Von der Erde Nacht!
Wir singen von einem Wunderholz,
Ragt über das Weltall hehr und stolz;
Rotglühende Tropfen fallen herab
In das offene Grab,
Das auf ewig dem Leid und dem Tode geweiht.
Und daraus in leuchtender Herrlichkeit
Steigt das Leben empor,
Pocht ans Himmelstor
Und fließt in leuchtenden Strömen wieder
Zur Erde nieder.
Löscht aus die Zeit
In dem Gotteswunder der Ewigkeit!"
So singen die Engel in stiller Nacht,
Die Jungfrau sitzt an der Krippe und wacht,
Darinnen schläft selig das himmlische Kind!
Von Mariens Augen die Träne rinnt.
— Hedwig Kiesekamp
